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Inklusive Berufsbildung und Situationsdefinition



Vollständiger Titel:

Inklusive Berufsbildung und Situationsdefinition.

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Kürzel:

InklusiBuS

Bildungsbereiche:

Weiterführende Bildung (Berufliche Bildung)

Leitung & wissenschaftliche Mitarbeiter*innen:

Leitung:
apl. Prof. Dr. Matthias Vonken
Prof. Dr. Rainer Benkmann

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen:
Jens Reißland
Tim Thonagel

Kurzbeschreibung:

Lehr-Lern-Prozesse stellen Handlungssituationen dar, die davon abhängen, dass die daran beteiligten Akteur_innen diese auch vergleichbar definieren. In Bezug auf inklusive Lehr-Lern-Settings besteht die Herausforderung, dass die Lebenswelten – vor deren Hintergrund Situationsdefinitionen geschehen – umso disparater, je heterogener die Gruppen sind. Üblicherweise werden Gutachten, Schülerakten etc. genutzt um eine Einordnung des Gegenübers vorzunehmen, was eher zu Etikettierungen führt, die Inklusion behindern. Ein Anhaltspunkt, der den Zugang zum Verstehensprozess der Pädagog_innen erleichtern könnte, sind dagegen kritische Situationen, in denen die Beteiligten wahrnehmen, dass sie ihr Gegenüber und dessen Intentionen nicht „verstehen“. In diesen Momenten beginnt – so die Annahme – ein Reflexionsprozess über den jeweiligen Zugang des Anderen zur Welt. Um Zugänge zur Situationsdefinition von Menschen zu erhalten, soll eine empirische Untersuchung zu den Grundlagen der Ermöglichung inklusiven Lehrens und Lernens in der Ausbildung in Betrieb und berufsbildende Schule durchgeführt werden.

Schlagworte:
Berufspädagogik, Inklusive Berufsbildung, Situationsdefinition, Lebenswelt

Zielgruppen:

Wissenschaftler_innen der Berufspädagogik, Pädagog_innen der Berufsbildenden Schulen, Betriebliches Ausbildungspersonal im dualen System

Fragestellung:

Kurzfassung: Um inklusive Lehr-Lern-Settings zu befördern, fragt das Projekt danach, wie Pädagog_innen Zugang zum Verständnis von disparaten Lebenswelten erhalten können.

(F1) Wie und wodurch können sich Lehrkräfte im Bereich der beruflichen Bildung und betriebliches Ausbildungspersonal sowie Auszubildende die Lebenswelt und das Erleben von Lehr-Lern-Situationen von anderen Menschen erschließen?

(F2) Wie werden Situationen geschaffen (definiert) oder verändert, um ein gemeinsames Lernen zu ermöglichen?

(F3) Wie lassen sich Handlungshorizonte als Horizonte der Lebenswelt für andere sichtbar machen?

(F4) Welche subjektiven Theorien der Situationsdeutung in inklusiven Lehr-Lern-Situationen gibt es seitens der Lehrkräfte?

(F5) Worin bestehen prinzipielle Unterschiede der Lebenswelten oder lässt sich das nicht beschreiben?

(F6) Welche Unterschiede, aber auch Schnittmengen der Situationsdeutung lassen sich daraus extrahieren?

Methodisches Vorgehen:

Zunächst erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung, wie in der bisherigen einschlägigen Forschung die Selbstwahrnehmung und das Selbstkonzept aus der Außensicht und Innensicht von Menschen mit und ohne Benachteiligung/ Behinderung erschlossen worden sind.
In der nächsten Phase werden Daten zur Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie zur Situationsdefinition mithilfe von Leitfadeninterviews von Lehrkräften und Jugendlichen mit/ohne Beeinträchtigung erhoben.
Um von der Ebene der Einzelfallanalyse zu empirisch belastbaren Aussagen zu gelangen, werden die in Schritt 1 und 2 gewonnenen Erkenntnisse und theoretischen Perspektiven in einem dritten Schritt empirisch überprüft und die Ergebnisse rückgekoppelt. Dazu ist eine quantitative Studie in Form einer Fragebogenerhebung geplant. Es sollen Faktoren identifiziert werden, die einerseits unterschiedliche Herangehensweisen an Situations- und Horizontverstehen verdichten, andererseits aber auch Hemmnisse verdeutlichen, die das Akzeptieren und Verstehen anderer Lebenswelten erschweren.

Schlagworte:
empirische Bildungsforschung, Grounded Theory, Leitfadeninterviews, quantitative Erhebung

Förderkennzeichen:

01NV1711

Laufzeit:

01.11.2017 - 31.10.2020

Universitäten:

Externe Links:

Kontakt/Postadresse:

Universität Erfurt
Berufspädagogik und Weiterbildung
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Nordhäuser Straße 63
99089 Erfurt

Kontakt:
matthias.vonken@uni-erfurt.de